Pränataldiagnostik

Durch die Mitgliedschaft in diversen Gruppen, werde ich gelegentlich aufgefordert an Studien teilzunehmen. Häufig (eigentlich immer) ist ein Teil der Studie der Pränataldiagnostik gewidmet oder besteht zur Hauptsache daraus. Das bedeutet, dass sich Menschen dafür interessieren, ob man Autismus schon im Mutterleib erkennen kann. Mich interessiert das auch. Warum ich trotzdem nicht an solchen Studien teilnehme, möchte ich euch heute versuchen zu erklären.

Dafür möchte ich gaaanz weit ausholen – immerhin geht es hier auch um Schwangerschaft! (und wer mich kennt, weiß, dass ich gar nicht anders kann 😂) Nach unserer Hochzeit bin ich sehr schnell schwanger geworden. Wir haben es darauf angelegt und waren bereit. Als der Schwangerschaftstest dann angezeigt hat, dass wirklich ein Baby in mir heranwächst, kam die Unsicherheit! Ich war doch selbst noch ein Kind (mit25) – wie sollte ich die Verantwortung übernehmen??? Gut, ja, ich trug Nacht für Nacht die Verantwortung für kranke Menschen, aber ein Kind? War das nicht noch eine ganz andere Marke???? Diese Stimmen wurden von der unbändigen Vorfreude dann schnell übertönt!

Ich weiß gar nicht mehr genau, ob es Dezember oder doch schon Januar war. Mein Mann hatte zu dem Kontrolltermin ausnahmsweise frei und wir beschlossen, ein Ultraschallbild auf eigene Kosten machen zu lassen, damit er das Bärchen auch mal sieht. Zufällig war es Ende zwölfte, anfang dreizehnte Woche, die Zeit, in der man eigentlich das erst Trimester Screening macht. Wir haben uns bewusst gegen dieses Screening entschieden, weil für uns beide feststand, dass wir das Kind so annehmen wollen, wie es uns von Gott geschenkt wird. Dennoch sprang der Gynäkologin die Nackenfalte förmlich ins Gesicht: über 6mm und wie ich später recherchierte eine über 80%ige Wahrscheinlichkeit, ein behindertes Kind zur Welt zu bringen. Da war plötzlich dieser Moment: Realität vs. gute Vorsätze … Was machen wir???

Um das Ganze abzukürzen: wir haben uns für eine Amniozentese (Fruchtwasseruntersuchung) entschieden. Nicht, weil wir einen Schwangerschaftsabbruch in betracht gezogen haben, sondern weil wir vorbereitet sein wollten. Die Nackenfalte zeigt nichts bestimmtes an. Es hätte auch organischer Natur sein können, was nach der Geburt spezielle OPs nötig gemacht hätte.

Bis heute geistert die Frage in meinem Kopf, ob die Nackenfalte ein Anzeichen unserer Zukunft war. Wenn ich in mich gehe, weiß ich die Antwort intuitiv. Ich würde sie aber gerne auch wissenschaftlich erörtern. Das tue ich aber nicht und ich will euch erklären warum.

Unser Sohn ist ein normaler Junge. Auf Besonderheiten sind wir erst durch Kindergarten gestoßen worden. Für uns war alles normal. Wir hatten zwar auch keinen Vergleich, aber da jedes Kind anders ist, haben wir uns keine Gedanken gemacht. Hätten wir von Anfang an gewusst, was los ist, hätten wir vielleicht nie gelernt, die Besonderheit zu schätzen. Wahrscheinlich wären wir sofort in Behandlung gekommen, damit unser Sohn von anfang an lernt, bestimmte Empfindungen zu unterdrücken. Und wir hätten keine Chance gehabt, unseren natürlichen Elterninstinkt auszuprägen. Außerdem fehlte uns Wissen (welches wir jetzt haben), überhaupt erst zu erkennen, welchen Schaden wir hätten anrichten können.

Das ist die eine Seite der Medaille. Die ganz persönliche. So, spielen wir jetzt mal Situationen durch, die passieren könnten, könnte man Autismus pränatal diagnostizieren. Schaut man sich an, was aus der Trisonomie 21 (das sogenannte Down Syndrom) geworden ist, wird man feststellen, dass dieser Befund eine Abtreibung rechtfertigt. Das Down Syndrom gibt es in verschiedenen Ausprägungen, die man aber oft pränatal nicht feststellen kann. Ich habe mich da nicht so hinein gearbeitet und habe wirklich nur meine laienhafte Meinung. Ich will auch keine Pro und Kontra Debatte auslösen sondern Denkanstöße geben. 

Wie weit soll das gehen. Mit Trisonomie hat es angefangen (es gibt ja auch Trisonomieformen, die nicht überlebensfähig sind), mit Autismus könnte es weitergehen und dann??? Lese-Rechtschreib-Schwäche? Dyskalkulie? Jegliche Art von elterlichen Herausforderungen? Schwarze Haare? Große Füße? Ihr haltet das für überspitzt? Das würde niemals passieren? Mag sein … es könnte aber möglich werden. 

Im dritten Reich wäre das Wissen sicher gerne genutzt worden! Ihr haltet es für unmöglich, dass die Geschichte sich wiederholt? Schon mal in Richtung Türkei geschaut? 

Ok, ok, schauen wir mal in westliche Gesellschaften. Und wenn die Regierung oder die Sozialversicherungen sich weigern zu zahlen? „Wir haben kein Geld um den Ansprüchen und Anforderungen von Behinderten gerecht zu werden“ könnte da das Motto lauten (siehe UN-Behindertenrechtskonvention, siehe Bundesteilhabegesetz #nichtmeingesetz). Auch das haltet ihr für unwahrscheinlich oder sogar für richtig? Und was ist mit euch? Unfall? Brille? Schlaganfall? Ja, es ist Schwarzmalerei, aber niemand kann sagen was passieren wird.

 Fakt ist jedenfalls, einmal diese oder jene Entdeckung gemacht, kann man sie nicht mehr zurück nehmen! Und vor Missbrauch schützen kann man sie auch nicht! Deshalb nehme ich nicht an Studien für pränatale Diagnostik teil!

Mein Piratenfrosch hat ein Problem

Naja, eigentlich sind es ja drei Probleme: viele, teure Wünsche, kein Geld und auch keinen Platz mehr im Kinderzimmer. So weit so gut schlecht. Natürlich kam die allwissende Mutter (haha, das bin ich 😜) mit DER Lösung um die Ecke: sortieren, ausmisten und verkaufen! Toll, damit könnte es gehen! Die Ernüchterung kam allerdings schnell! Auch mir fehlt die Motivation zu solchen Aktionen und so wurde aus über 4 Wochen Zeit ganz schnell MORGEN 😱 (zu meiner Entschuldigung: wir waren auch 3 Wochen sehr spontan in der Kur).
Unter Druck arbeite ich aber einfach auch besser und effektiver – also alles kein Problem!

Denkste!!! Der Piratenfrosch kann sich einfach nicht trennen! Sein Elefantengedächtnis weiß noch bei jedem Teil von wem er es wann geschenkt bekommen hat und wann er wie damit gespielt hat. Kann ich verstehen! Fällt mir ja auch schwer! Außerdem hat er es doch geschenkt bekommen und man soll doch Geschenke in Ehren halten. Hab ich das gesagt??? Damit meinte ich aber sicher nicht den Plastikmüll das Spielzeug aus Überraschungseiern oder der kinderfreundlichen Fastfoodkette!!! Na toll, wie komm ich da nur wieder raus??

Jetzt haben wir schon mal 5 Teile zusammen, die in die Kategorie „ist eh kaputt“ fallen. Nun ja, damit wird er kein Vermögen verdienen und was Neues kann er sich von dem verdienten Geld auch nicht kaufen.

Ich ahne auch jetzt schon, wie schwierig die nächsten Tage werden, in denen er verarbeitet, dass ANDERE KINDER mit SEINEM Spielzeug spielen und es dann auch mit nach Hause nehmen. Und nein, ich habe ihn nicht gezwungen und werde ihn auch nicht zwingen, sein Spielzeug zu verkaufen – das wollte er so und eigentlich will er es auch weiterhin. Es ist ein innerer Kampf, der ihn quält, aber er kämpft ihn tapfer!

Und ich? Genau, ich schreibe diesen Blogbeitrag statt weiter Spielzeuge hochzuhalten und sie nach Wunsch (aus) zu sortieren… Wir sind voll bei der Sache 😂

Wie eine Gazelle…

… sehe ich leider nicht gerade aus! Es gibt Tage, oder besser geschrieben: Zeiten, in denen bin ich so gestresst, dass mir das Frustessen und die schnelle Kalorienbombe lieber sind, als Kalorien zu zählen. Meistens sind es Zeiten, in denen ich einfach nicht die Kraft dazu habe. Dann neige ich dazu, mein Übergewicht als gegeben anzusehen, sage mir, dass mein Mann und mein Sohn mich lieben, wie ich bin (was sie tatsächlich tun, mich aber nicht tröstet, weil ich mich so nicht lieben kann). Das ist dann auch der Moment, in dem ich mich nicht ernst nehmen kann, wenn ich in den Spiegel blicke. Es ist nämlich so … ich kann Gründe vorschieben (was ich ganz gerne mache), wie „ich möchte fitter sein, um mit meinem Sohn besser mithalten zu können“ oder „ich möchte gesund sein, damit ich lange für meine Familie da sein kann“. Ist alles nicht falsch und es sind sicherlich Gründe, die ich auch so meine, wie ich sie sage, allerdings ist der oberste und erste und wichtigste Punkt ganz einfach, dass ich ein schlankes Schönheitsideal für mich habe. Es wirkt sehr oberflächlich und wahrscheinlich ist es das auch, aber das ist der Hauptgrund, warum ich mit meiner Figur nicht zufrieden bin.

Dieses Schönheitsideal gilt aber tatsächlich nur FÜR MICH! Wenn ich Menschen auf der Straße sehe, die an übergewichtig sind, ist mein erster Gedanke nicht: „Die/Der traut sich ja was“ oder „eine Diät würde ihr/ihm guttun“. Wenn ich überhaupt etwas über „gleichgesinnte“ denke, ist es eher sowas wie (und da sind es eher die Frauen, über die ich nachdenke): „der stehen die paar Pfunde mehr sehr gut“ oder „die kleidet sich sehr hübsch“ etc.. Daher denke ich, dass es sich bei mir eher um Minderwertigkeit handelt. Psychologen und Psychoanalytiker hätten sicher ihre Freude an mir (Freud hätte sich gefreut :´D)

So, nun aber mal ein bisschen in alten Zeiten schwelgen, ihr müsst doch up to date sein, wie das Übergewicht entstanden ist (und ich fange nicht mit Bedarf und Überdeckung des Bedarfes an – ich denke, jeder weiß, dass wenn man zu viel isst, auch zu viel wiegt!)! Ich war schon immer der eher etwas pummeligere Typ (pummelig und tollpatschig – wirklich eine ganz tolle Mischungt [Ironie] :´D ). Mit der Pubertät kam dann die Energie etwas daran zu ändern. Ich schaffte es tatsächlich richtig schlank zu werden. Kurze Zeit war ich sogar im Untergewicht, pendelte mich aber im Idealgewicht ein. Rückblickend muss ich sagen, schade, dass ich es nicht bemerkt hatte. Ich fühlte mich trotzdem zu dick. Damals hatte ich noch nicht kapiert, dass meine Hüften keine Größe 36 zulassen. Ich lernte meinen Mann mit 19 kennen und nahm zu (er ist eine echte Verbrennungsmaschine und wollte nicht alleine essen – was man nicht alles aus Liebe macht ;D ). Dann kam das Abi und ich nahm weiter zu. In der Ausbildung zur Krankenschwester ging es weiter: Lernen, Schichtdienst und später die eigene Wohnung sowie das Examen brachten noch ein paar Kilos auf die Waage. Es stand die Hochzeit an und mit Weight Watchers nahm ich ein paar Kilos ab (war trotzdem eine übergewichtige Braut). Die direkt anschließende Schwangerschaft und das damit verbundene Sodbrennen taten den Rest dazu. Wie viel ich nach der Schwangerschaft genau gewogen habe, weiß ich gar nicht! Ich habe mich einfach nicht gewogen. Ich schätze, dass es ca 130kg waren. Aus eigener Kraft nahm ich 17kg ab, bevor ich wieder bei den Weight Watchern landete. Es gingen 20kg runter, wieder ein paar rauf, weniger runter, wieder rauf, aber nichts runter usw.

Das aufregende Leben mit meinem Sohn hat die Prioritäten einfach anders gesetzt. Es waren Entscheidungen zu treffen, die man beim Essen besser treffen konnte. Die Zeit war durch Nachtdienst, Therapien, Haushalt und hin und wieder meine schleppende Gesundheit so knapp. Sport in meinen Alltag zu integrieren war selbst in „guten Zeiten“ schwer (und war wirklich noch nie und zu keinem Zeitpunkt so richtig mein Ding!).

So, was meint ihr, hat sich geändert? Irgendwelche Ideen? Die Gesundheit? Mehr Zeit? Weniger Stress?

NICHTS von dem hat sich geändert! Der Schichtdienst wurde durch andere Aufgaben ersetzt. Ich habe einfach akzeptiert, dass es nie „mehr Zeit“ oder „weniger Stress“ geben wird. Wenn ich etwas will, muss ich es mir erkämpfen. Es gibt einfach niemanden, dem ich die Schuld in die Schuhe schieben kann (Redewendung = RW). Ich hab mein Glück selber in der Hand.

So weit so gut … diese Erkenntnis alleine reicht nicht, um abzunehmen. Die Motivation fehlt oft! Aber Schacka!!! Ich habe so viel geschafft, das werde ich auch noch schaffen :)